Diakon

Wie die meisten Diözesen hat auch das Bistum Fulda Diakonatskreise. Diese sind in Fulda, Kassel, Marburg und Hanau angesiedelt. Der Ständige Diakonat wurde von der lateinischen Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wiederentdeckt und in der Diözese Fulda vor ca. 27 Jahren eingeführt. Das Wort "Diakon“, das aus dem Griechischen stammt, heißt übersetzt "Diener“. Bereits in der frühen Kirche wurden nach dem Neuen Testament (Phil 1,1; 1 Tim 3,8ff) Männern und Frauen Aufgaben übertragen (Apg 6,1ff). Dazu gehörte: Spenden- und Opfergaben anzunehmen; sie zu verwalten und an Bedürftige und Arme zu verteilen. Dieser Dienst weitete sich schon sehr bald aus, da Bischöfe und Priester um die Sorge und den Erhalt des christlichen Glaubens den Dienst des Diakons erweiterten. Die Diakone bekamen Anteil am priesterlichen Amt und standen vorrangig dem Bischof und darüber hinaus den Priestern als Helfer zur Verfügung.

Seit 1968 können verheiratete und unverheiratete Männer zum Ständigen Diakon geweiht werden. Nichtverheiratete legen vor der Weihe ein Zölibatsversprechen ab. Das Wort "Ständig“ sagt aus, dass das Diakonat für Lebzeiten übernommen wird. lm Bistum Fulda gibt es derzeit 26 Diakone; weltweit arbeiten ca. 20 000 in 105 Ländern. Diese verrichten ihren Dienst im Haupt- oder Nebenberuf. Die Diakone der Diözese Fulda nehmen ihre Aufgaben nebenberuflich wahr. Die Schwerpunkte ihres Dienstes liegen in der Begleitung der Menschen (daheim, im Altersheim, in der Kranken- und Gefangenenseelsorge) und in der Verkündigung des Evangeliums (in der Liturgie, im Religionsunterricht, bei der Vorbereitung auf die Sakramente). Sie können taufen, trauen, beerdigen, im Gottesdienst predigen sowie Wortgottesdienste und Andachten leiten.

Männer die sich um die Aufnahme in den Diakonatskreis bewerben, haben sich in Ehe, Familie und Beruf bewährt, so dass sie ein gutes Maß an menschlicher Reife, Erfahrung und Frömmigkeit mitbringen. Das Mindestalter für die Weihe Ständiger Diakone liegt bei 35 Jahren.

Vor der Weihe eines Diakons liegt in den Regel eine Vorbereitungszeit, die ca. fünf Jahre beträgt. Neben einer nebenberuflichen theologischen Ausbildung erfolgt eine geistliche Begleitung durch den Mentor des Diakonatskreises, dem Diakonatskreis selbst und der künftigen Gemeinde. Mit der Weihe gehören die Diakone zum Stand der Kleriker.

 

Der Dienst

Diakone sind in der Regel in der Gemeinde tätig, aber auch auf regionaler und diözesaner Ebene oder in der Sonderseelsorge. Der Diakon mit/im Zivilberuf übt sein Amt insbesondere an seinem zivilen Arbeitsplatz aus und stellt von dort die Verbindung zur Gemeinde her. Grundsätzlich gestaltet sich der Dienst nach den drei Grundvollzügen der Kirche:

Diakonie:

Der Diakon sorgt sich um die Menschen, die besonders auf die Diakonie der Gemeinde angewiesen sind. Er versucht, für menschliche Not zu sensibilisieren und zur Mithilfe anzuregen. Die Aufgabe des Diakons steht daher in Bezug zur gesamten Gemeindepastoral: Jugend, Ehe und Familie, Alte und Kranke, Wohnviertelapostolat, Beratungsdienste, Erziehung, Begleitung und Betreuung von Menschen in schwierigen Situationen.

Verkündigung:

Durch seinen Dienst am Wort soll der Diakon die Gemeindeglieder im Glauben stärken, sie zur Glaubenserfahrung führen und zum Zeugnis ermutigen. Dazu gehören u. a. folgende Aufgaben: Glaubensgespräche, Milieuseelsorge, Wortgottesdienste, Verkündigung des Evangeliums und die Predigt in der Eucharistiefeier, Vorbereitung auf den Sakramentenempfang, Katechese, Religionsunterricht.

Liturgie:

In der Liturgie macht der Diakon deutlich, dass der Dienst am Menschen und der Gottesdienst untrennbar zusammengehören: In der Eucharistie, von der alles Leben der Kirche ausgeht und zu ihr zurückkehrt, werden stellvertretend durch die Assistenz des Diakons die Sorgen, Ängste und Nöte der Menschen vor Gott gebracht. Sache des Diakons ist es, die Taufe zu spenden, die Eucharistie zu verwahren und auszuteilen, der Eheschließung im Namen der Kirche zu assistieren und sie zu segnen, die Wegzehrung den Sterbenden zu bringen, vor den Gläubigen die Heilige Schrift zu lesen, das Volk Gottes zu lehren, dem Gottesdienst und dem Gebet der Gläubigen vorzustehen, Sakramentalien zu spenden und den Beerdigungsritus zu leiten.

Die Geschichte des Diakonats

Das Amt des Diakons ist bereits für die apostolische Kirche bezeugt. Innerhalb der dreigliedrigen Gestalt des geistlichen Amtes (Bischof - Priester - Diakon) ist es direkt dem Bischof zugeordnet (Phil 1,1; 1 Tim 3,8ff). Der Aufgabenbereich umfasst caritative, verwaltende und liturgische Funktionen.

Mit dem Frühmittelalter tritt das eigenständige Amt des Diakons immer mehr zurück und reduziert sich auf eine Durchgangsstufe zum Priestertum. Erst das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) führt den Ständigen Diakonat als eigenständigen Teil des kirchlichen Amtes wieder ein.

Dieses Amt kann sowohl hauptberuflich wie auch im/mit Zivilberuf ausgeübt werden.

Wer eignet sich?

Für den Dienst des Diakons wird folgendes vorausgesetzt:

  • Engagiertes Leben aus dem Glauben und Mitarbeit in einer Pfarrgemeinde;
  • Bereitschaft und Fähigkeit, auf Nöte von Mitmenschen einzugehen;
  • Bewährung in Ehe, Familie und Beruf bzw. in der Lebensform der Ehelosigkeit;
  • Teamfähigkeit;
  • physische und psychische Gesundheit;
  • Übernahme von Verantwortung in einem selbständigen Bereich.

Bewerber zum Diakonat können verheiratet sein (Mindestalter 35 Jahre) oder sich zum Zölibat verpflichten (Mindestalter 25 Jahre). Bei verheirateten Bewerbern muss die Ehefrau ausdrücklich der Weihe zustimmen.

Wie wird man Diakon?

1. Theologische Ausbildung
Zum hauptberuflichen Diakonat gibt es drei Zugangswege:
Eine erfolgreich abgeschlossene berufsbegleitende theologische Ausbildung, die zumindest einer Fachschulausbildung entsprechen muss (Würzburger Fernkurs);
eine abgeschlossene Berufsausbildung als Gemeindereferent bzw. Pastoralreferent;
ein abgeschlossenes theologisches Studium an einer Katholisch-Theologischen Fakultät oder Hochschule.
Oder: abgeschlossenes Studium an einer Fachschule, im Fachbereich Theologie / Praktische Theologie / Religionspädagogik.
Oder: abgeschlossenes Studium an einer Fachschule, einem Seminar für Gemeindepastoral/ Religionspädagogik.

2. Praktische Ausbildung
Nach bzw. während der theologischen erfolgt die pastorale Ausbildung (Dauer ca. 3 Jahre). In den Diözesen ist diese nicht einheitlich geregelt, geschieht aber im allgemeinen in Studienwochenenden und Studienwochen und ist mit Praktika verbunden. Während der gesamten Ausbildungszeit ist der Bewerber einem Diakonatskreis angeschlossen. In einigen Diözesen müssen hauptberufliche Diakone eine Zusatzausbildung absolvieren, z. B. in Alten- und Krankenpflege, Jugend- und Heimerziehung, Sozialarbeit oder Religionspädagogik& Die Kosten der Ausbildung übernimmt in der Regel die jeweilige Diözese. Am Ende der Ausbildung steht die Diakonweihe. Der Bildungsgang des Diakons mit Zivilberuf entspricht in der Regel in den Diözesen der Ausbildung zum hauptberuflichen Diakon. Nach der Weihe, seltener auch vor der Weihe, kann eine spezielle Ausbildung anschließen, die den Diakon für einen spezifisch pastoralen bzw. diakonalen Dienst qualifiziert.

3. Weiterbildung

In den ersten Jahren nach der Diakonenweihe gibt es verpflichtende Weiterbildungsangebote. Die berufliche Weiterbildung begleitet den Diakon während des ganzen Berufs- und Lebensweges. Der lebendige Kontakt zu theologischen und humanwissenschaftlichen Entwicklungen soll so erhalten bleiben. Auch das muss stimmen: Diakone mit Zivilberuf erhalten in den meisten Diözesen einen pauschalen Auslagenersatz. Diakone im Hauptberuf werden nach den jeweiligen diözesanen Regelungen besoldet.


Kontakt zur Ausbildung Diakon


Michael Huf

Diakon


Paulustor 5

36037 Fulda


Ansprechpartner in den Regionen des Bistums



 

Bildunterschrift des 1. Bildes



„Ich werde als Diakon gebraucht, weil ich dort sein kann, wo die Kirche immer sein sollte: bei den Schwachen, Vergessenen, Bedürftigen.“


Thomas Hielscher, Diakon, Kirchhain


Gemeindeportrait bei hr4

 
 

Die "Berufunggs-App"

Vielleicht: Ein digitales Hilfsmittel zum Finden der eigenen Berufung

mehr Infos und download auf der Seite der ajf