Lebensgeschichten-Berufungswege

"Die Liebe braucht eine Entscheidung, aber entscheidend ist die Liebe. "

Christina und Ulli haben 2014 geheiratet - jetzt erwarten sie ihr erstes Kind


Ulli:
Am Anfang dachte ich: Die Liebe ist eine Entscheidung! Die Entscheidung mit allen Für und Wider eine Beziehung zu führen, zu schätzen und zu halten in allen Situationen.
Ich sollte jedoch schnell merken, dass das nicht alles ist.
Heute kann ich sagen: Die Liebe braucht eine Entscheidung, aber entscheidend ist die Liebe. Ich bin überzeugt davon, dass diese Liebe von Gott gegeben ist, und meine Aufgabe darin besteht, zu erkennen, für wen Gott mir seine Liebe schenkt.
Als ich meine jetzige Frau kennenlernte, spürte ich: das fühlt sich richtig an. Auch wenn ich nicht begründen konnte, warum.
Dass ich eine Ehe führen will und später eine Familie haben wollte, war mir eigentlich schon lange klar.
Doch wirklich berufen zur Ehe war ich erst mit dieser Einen, meiner Frau. Will heißen, dass für mich Berufung zur Ehe erst in der Liebe zu dieser einen Person konkret und greifbar geworden ist.

Christina:
Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen und habe mich als Jugendliche nach meiner Firmung nochmal bewusst für ein Leben mit Gott entschieden, jedoch zunächst ohne mir darüber bewusst zu sein, was meine Berufung ist.
Doch irgendwann kam auch ich an den Punkt, mich zu fragen, was ich von meinem Leben erwarte, wie ich glücklich werden kann und in welcher Form ich meinen Glauben und meine Beziehung zu Gott am besten verwirklichen kann.
Also versuchte ich herauszufinden, welche Berufung Gott für mein Leben hat.
Nach einer Beziehung und auch verschiedenen Klosteraufenthalten war ich mir jedoch nie ganz sicher über meine Berufung.
Das war ich erst, als ich mich für meinen Mann entschieden hatte. Es fühlte sich richtig an, ohne in Worten beschreiben zu können warum.
Ich denke, gerade das ist Berufung: den Auftrag, den man in sich spürt anzunehmen ohne ihn zu hinterfragen und logisch erklären zu wollen. Sondern wachsam sein und merken, dass es das Richtige ist.
Unsere Zuneigung füreinander war sehr viel stärker, als ich es von vorher kannte.
Und vor allem konnte ich mir mit ihm meine eigene Familie vorstellen und empfand bei dieser Vorstellung riesiges Glück!
Somit wusste ich: Meine Berufung ist die Ehe mit diesem Mann und die Liebe zwischen uns ist von Gott geschenkt.


Wir haben uns beide für den gemeinsamen Auftrag der Ehe und Familie aus unserer Liebe heraus entschieden.
Wir sagen JA zueinander, konkret im Eheversprechen und jeden Tag aufs Neue.
Doch das mit dem lieben, achten und ehren ist im Alltag manchmal gar nicht so einfach, vor allem wenn Unzufriedenheit und Stress den Blick für den anderen einschränken.
Es gibt Zeiten, in denen es leicht fällt zu geben und andere in denen man lieber nimmt.
Fallen die Nehmen-Zeiten von uns beiden aufeinander, fällt es uns meistens am schwersten, den anderen voll und ganz zu achten.
Dafür ist es umso schöner, wenn wir uns uneingeschränkt auf den Partner konzentrieren können.
Die Berufung zur Ehe ist somit Herausforderung und Konfrontation mit den Tugenden und Lastern des Partners, sowie Geborgenheit und Kraftquelle. Aber auf jeden Fall gibt sie eine grundlegende Zufriedenheit, deren wir uns zwar manchmal bewusst machen müssen, die aber immer da ist. Im Vertrauen darauf, dass wir Gottes Aufgabe für uns entdeckt haben, entscheiden wir uns, unsere gemeinsame Berufung jeden Tag neu anzugehen. Da wir noch ganz am Anfang stehen, bleibt es auf jeden Fall spannend.

 

hier kannst du mit Christina und Ulli in Kontakt kommen:


 
 

 

Die "Berufunggs-App"

Vielleicht: Ein digitales Hilfsmittel zum Finden der eigenen Berufung

mehr Infos und download auf der Seite der ajf